Für welches Darlehen entscheiden Sie sich?

Beantworten Sie sich folgende Fragen:

  1. Wie viel Eigenkapital können Sie in die Finanzierung einfließen lassen?

  2. Wie hoch ist Ihr monatliches Einkommen?

  3. Wie viel Geld haben Sie am Ende des Monats noch übrig, um Raten abzuzahlen? Erstellen Sie sich hier Bedarfsweise einen Haushaltsplan.

  4. Wie alt sind Sie bei der Aufnahme eines Kredites?

  5. Welchen Beruf üben Sie aus? Sind Sie selbstständig oder Angestellter?

Ein Vergleich von Baufinanzierungs-Angeboten lohnt sich.

Der Vergleich von Finanzierungsangeboten kann zu einer Ersparnis von Summen im fünfstelligen Bereich führen. Dass es auf mehr ankommt, als nur die Höhe des Zinssatzes, wissen viele Kreditkunden bereits. Hier können Sie sich informieren, auf welche weiteren Details Sie beim Angebotsvergleich achten müssen:

Ein Tipp Vorneweg: Ein Kreditkunde darf die einzelnen Aspekte einer Kreditfinanzierung nicht unabhängig voreinander betrachten, sondern muss den Dreiklang von Zinsen, Zinsbildung und Tilgung im Auge behalten. Nur wenn diese drei Komponenten stimmig sind, kommt auch ein optimaler Finanzierungsplan zustande.

Zinsen: Hier ist es wichtig, dass der Kreditgeber immer den effektiven Jahreszins angibt. Nur dieser macht es möglich, unterschiedliche Angebote wirklich miteinander zu vergleichen.

Wie ist die Höhe des effektiven Jahreszinses?

Momentan (August 2009) liegt dieser im günstigsten Fall und bei zehnjähriger Vertragslaufzeit bei 4,2%.

Zinsbindung: Je länger ein Kreditkunde sich an einen bestimmten Zins bindet, desto geringer wird dieser ausfallen. Aber eine lange Zinsbindung muss deshalb nicht immer die beste Lösung sein. Fallen die Bauzinsen eher niedrig aus, sollte sich der Kreditkunde diese für einen langen Zeitraum sichern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder steigen ist hoch.
Sollte ein Kreditkunde in näherer Zukunft einen Geldsegen erwarten, ist von einer langen Zinsbindung abzuraten. Solange man an einen Zinssatz gebunden ist, kann man i.d.R. keine Sondertilgung leisten.
Entscheidet sich der Kreditkunde für ein variables Darlehen mit viertel- bzw. halbjährlichen Zinsänderungen, kann er sein Risiko durch Festsetzung einer Zinsobergrenze reduzieren. Dieses Entgegenkommen des Kreditgebers bedeutet aber auch die Inkaufnahme eines höheren Zinssatzes von 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten.

Kosten: Dem Kreditkunden entstehen einerseits Kosten aus Grundbucheintragungen, eventuellen Gutachten, Notarkosten und sonstigen Dingen. Andererseits entstehen ihm auch Kosten aus der Inanspruchnahme eines Darlehens. Dazu zählen Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungszinsen für  noch nicht abgeholtes Darlehen, Schätzkosten für die Objektbewertung und eventuelle Bankbürgschaften. Auch diese können von Anbieter zu Anbieter stark variieren.

Sonderzahlungen: Gerade, wenn ein Kreditkunde in Zukunft mit einem höheren Einkommen oder einem Geldsegen aus einer Schenkung rechnet, sollte er mit der Bank Sondertilgungsmöglichkeiten vereinbaren können. Sonderzahlungen können einmalig oder kontinuierlich vereinbart werden, bedeuten aber auch wieder einen höheren Zinssatz.

Darlehensbetrag versus Auszahlungsbetrag: Diese beiden sollten nicht verwechselt werden. Der Darlehensbetrag ist der zu verzinsende Kapitalbetrag, den es auch zurückzuzahlen gilt. Aber der Auszahlungsbetrag ist der tatsächlich ausgezahlte Geldbetrag. Der Auszahlungsbetrag fällt i.d.R. geringer aus, als der Darlehensbetrag.

Laufzeit: Je länger die Darlehenslaufzeit gewählt wird, desto teurer wird das Darlehen. Das liegt daran, dass über einen langen Zeitraum die Zinsen gezahlt werden müssen. Ein lange Laufzeit bedeutet zwar auch einen geringeren Zinssatz, ist aber trotzdem kostenintensiver, als eine kurze Rückzahlungszeitraum.

Fördermöglichkeiten: Bei nachhaltigen Bauweisen oder energieeffizentem Sanieren eines Altbaus kann man über jede beliebige Bank einen Förderantrag bei der KfW stellen. Diese Möglichkeit sollte einem Kreditkunden immer offeriert werden.

Kündigung: Vor dem Ablauf einer Vertragslaufzeit ein Darlehen zu kündigen, kann dem Kreditnehmer teuer werden. Deswegen muss beim Angebots-Vergleich darauf geachtet werden, dass der Anbieter den Ausstieg möglich macht. Insbesondere das Kleingedruckte zu lesen, ist hier wichtig. So kann der Vertrag z.B. eine Klausel enthalten, die eine Kündigung erst nach Ablauf einer bestimmten Zeit erlaubt.
Es gibt inzwischen aber auch schon Anbieter, die einen sogenannten Vorfälligkeitsschutz anbieten. Das bedeutet, sollte der Kreditkunde vor Ablauf der Laufzeit kündigen, entfällt die sonst übliche Vorfälligkeitsentschädigung. Auch hier muss der Kreditnehmer dann mit erhöhten Konditionen rechnen.